Der Haustürtrick © Stefan Oelmann 01.2008
In einer
großen Stadt klingelt
bei der Polizeiwache das Telefon. Wachtmeister Meier nimmt den
Hörer
ab. „ Polizeiwache Ost, Wachtmeister Meier am
Apparat“ ! „
Hallo, hier spricht Frau Grote aus der Bethovenstrasse 5. Ich glaube
mein Portemonnaie ist mir gestohlen worden. Es ist jedenfalls nicht
mehr da“.
„
Aha, haben Sie denn schon alles zu Hause abgesucht?“
möchte
Wachtmeister Meier wissen, „oder ist Ihnen das Portemonnaie
vielleicht aus der Tasche gefallen“? „ Ich habe
gerade überall
nachgesehen“, erklärt Frau Grote, „es ist
nicht zu finden,
und aus meiner Manteltasche habe ich noch nie etwas verloren. Die
Taschen haben einen Reißverschluss. Die Tasche, in der das
Portemonnaie war, ist jetzt aber auf“.
„ Das hört sich wirklich komisch
an“, sagt Wachtmeister Meier, „ ich schicke Ihnen
einen Beamten
vorbei, der wird sich alles aufschreiben und auch gleich eine Anzeige
aufnehmen.“ Frau Grote freut sich, das die Polizei ihr so
schnell
hilft. „ Danke “sagt sie „ Ich warte
hier, bis der Wachtmeister
da ist.“
Kurze Zeit
später fährt ein
Polizeiwagen vor dem Haus von Frau Grote vor. Ein Polizist steigt aus
und klingelt an der Haustür. Frau Grote öffnet die
Tür
und begrüßt den Wachtmeister. „
Schön das Sie so
schnell gekommen sind“.
„ Guten Tag, “ antwortet er „ Ich bin
Kommissar Hinrich von der Abteilung für Diebstahl. Bitte
erzählen Sie mir noch einmal was passiert ist“.
„Also das war so,“ berichtet Frau
Grote „ Ich war heute Morgen auf dem Markt und habe
eingekauft.
Nachdem ich mein Gemüse bezahlt hatte, steckte ich mein
Portemonnaie in die Manteltasche und ging nach Hause. Und als ich
eben meine Taschen auspacke und meinen Mantel an die Garderobe
hängen
will, sehe ich das der Reißverschluss von der Tasche in die
ich
mein Portemonnaie gesteckt hatte offen ist und das Portemonnaie nicht
mehr da ist.“
„ Ist
denn zwischendurch irgendetwas
besonderes passiert, überlegte Kommissar Hinrich?
„oder war
etwas anders als sonst?“ „ Da war nur dieser
Paketbote“,
berichtet Frau Grote , „ der hat mich ziemlich durcheinander
gebracht.“ „Von welcher Firma kam der
denn?“ fragte Kommissar
Hinrich nach. „Das weiß ich nicht, der klingelte
gerade an
der Tür, als ich meinen Mantel auszog. Er wollte ein
Päckchen
für die Nachbarn abgeben, weil dort niemand zu Hause
war.“ „
Aha, erzählen Sie mal weiter, das hört sich sehr
interessant an“. „ Der junge Mann hielt mir gleich
das Päckchen
entgegen. Ich hatte noch meinen Mantel in der Hand und hab ihn dann
schnell auf die Erde geworfen, damit ich das Paket halten konnte. Er
hat mir den Mantel dann aufgehoben und ihn hier auf das
Schränkchen
gelegt.“
„ Ich glaube ich weiß was hier
passiert ist,“ sagte Kommissar Hinrich, „wie lange
ist das denn
her, das der Paketbote hier war?“ „Das ist etwa
eine Stunde her“,
antwortete Frau Grote. „ Diese Geschichte habe ich schon
einmal von
jemandem anderes gehört.“ erzählt der
Kommissar. „ Dem
alten Herrn erging es beinahe genauso wie Ihnen. Der Paketbote hat
Sie extra so abgelenkt, damit Sie nicht merken, wie er das
Portemonnaie aus der Manteltasche stiehlt. Bestimmt ist er der
Räuber
und wahrscheinlich gar kein Paketbote“.
„ Ach herje, was machen
wir denn jetzt?“ wollte Frau Grote wissen. „ Jetzt
müssen
Sie mir den Mann kurz beschreiben und dann sage ich allen
Funkstreifenwagen in der Gegend bescheid, das sie auf so einen Mann
achten sollen. Vielleicht haben wir Glück und schnappen Ihn
auf
frischer Tat.“
Mit der
Beschreibung des Räubers
in der Tasche verabschiedet sich Kommissar Hinrich von Frau Grote und
fährt mit seinem Polizeiwagen in Richtung Polizeirevier davon.
Doch plötzlich bremst er ab. Vor einem Haus steht ein junger
Mann mit einem Paket in der Hand auf den die Beschreibung von Frau
Grote genau passt. Sofort ruft Kommissar Hinrich über Funk
seine
Kollegen. Er selbst parkt seinen Wagen hinter einem Busch, damit der
Paketbote ihn nicht sieht. Kommissar Hinrich schleicht sich langsam
an das Haus an, wo gerade die Haustür von einer alten Frau
geöffnet wird. Da ertönt ganz in der Nähe
das
Martinshorn von mehreren Polizeiwagen.
Als der Mann die Polizeisirene hört,
will er schnell weglaufen. Doch Kommissar Hinrich ist schneller. Er
springt aus seiner Deckung und läuft hinter dem
Räuber her.
Schnell hat er ihn eingeholt und hält ihn fest. „
Stehen
bleiben, Polizei“, ruft Herr Hinrich. „
Verflucht“, schimpft
der Räuber „wo kommen Sie denn her“?
„ Damit haben Sie
nicht gerechnet, was?“ Herr Kommissar Hinrich dreht dem
Räuber
die Arme auf den Rücken und legt ihm Handschellen an. Dann
sagt
er : „Sie sind verhaftet!“
Nun sind auch seine Polizeikollegen da
und helfen ihm den Räuber ab zuführen.
Mit dem Streifenwagen bringen die
Kollegen von Herrn Hinrich den Mann zur Polizeiwache Ost.
Dort findet die Polizei in den Taschen
des Räubers sogar das Portemonnaie von Frau Grote. Jetzt
muß
der Räuber alles sagen und kommt hinterher ins
Gefängnis.